Wann und wie ist die Motzkuh entstanden?
Als meine Tochter Isabel-Marie fast zwei Jahre alt war und mitten in der Trotzphase steckte, habe ich irgendwann: „Ach, du kleine Motzkuh“ zu ihr gesagt. Da war sie, die Idee!
Welche Idee?
Nun, auf einmal hatte ich das Bild einer giftgrünen, frechen Motzkuh mit kleinen Flügeln vor Augen und immer, wenn meine Tochter motzte und trotze, suchte ich bei ihr diese kleine Motzkuh – in der Hosentasche, unter dem T-shirt, in den Schuhen. Warf ich diese – natürlich symbolisch – aus dem Haus, ging es meinem Kind gleich besser.
Klappt dieser kleine Trick tatsächlich?
Ja, nicht nur bei uns zu Hause, sondern auch bei vielen anderen Familien, die mir dazu Briefe geschrieben haben.
Was ist das Geheimnis der Motzkuh?
Sie funktioniert spielerisch über Humor. Gemeinsam lachen macht vieles leichter im Leben. Und ich finde, wir können gar nicht oft genug mit unseren Kindern lachen! Ganz wichtig finde ich, dass ein Kind in der Trotzphase sein Gesicht behält. Es wird nicht ausgeschimpft oder bloßgestellt, schließlich ist ja die Motzkuh schuld und lässt es motzen und trotzen, dass die Wände wackeln… Vor allem spürt das Kind, dass Mama oder Papa nicht böse mit ihm sind und es immer noch lieb haben.
Wie kam es, dass die Motzkuh noch drei Freunde hat?
Als ich das erste Motzkuh-Buch schrieb, dachte ich, dass jede Familie sicherlich ihre eigene und individuelle Bezeichnung für das trotzende Kind findet. Als kleine Anregung nannte ich auf der letzten Seite die drei Freunde der Motzkuh: das kleine Meckerschaf, den Brüll-Löwen und das Quengelmonster...
Wie ging es weiter?
Nun, viele Eltern schrieben mir daraufhin, sie hätten zu Hause ein kleines Meckerschaf, Brüll-Löwen oder Quengelmonster … und fragten, wann sie denn endlich das Buch dazu finden könnten. Ja, und so entstanden nach und nach die weiteren Titel.
Was ist charakteristisch für die Motzkuh & Co.-Titel?
Die freche Motzkuh ist mein persönlicher Liebling und in meinen Augen das ‚Alter Ego’ eines Kindes, denn sie lebt ihre Gefühle ganz intensiv. Die Reihe ist „echt familienerprobt“, meine beiden Kinder haben einen großen Einfluss auf meine Arbeit. Wichtig ist mir auch, dass Motzkuh & Co. auch nicht vor den Eltern haltmachen!
Haben Sie noch ein Geheimrezept?
Von meinen Kindern weiß ich, wie wichtig es ist, dass sie viel draußen sind und sich austoben können, egal, wie das Wetter ist. Und: Manchmal lohnt es sich, den Grund auch mal bei sich selbst zu suchen. Vielleicht sind Eltern sehr im Stress und es fehlt Zeit für die Kinder. Außerdem wünsche ich allen Müttern auch mal Zeit für sich, für ihre Hobbys und um sich mit anderen auszutauschen. Dann kann man den Kindern wieder viel geben!